Reiseführer Kanarische Inseln
Inhaltsverzeichnis
Kontaktadressen
Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro
Lage
Nordatlantik, vor der Westküste Nordafrikas.
Dirección General de Promoción Turística
Avenida Alcalde Ramirez Bethencorut 7, E-35003 Las Palmas de Gran Canaria
Tel: (0928) 30 68 45. Fax: (0928) 30 68 13.
E-Mail: cttsord@gobiernodecanarias.org
Internet: www.gobiernodecanarias.org/turismo
Patronato de Turismo
Leonycastillo 17, E-35003 Las Palmas de Gran Canaria
Tel: (0928) 21 96 00. Fax: (0928) 21 96 01.
E-Mail: turismo@grancanaria.com
Internet: www.grancanaria.com
Saturno
Victor Hugo 60, E-35006 Las Palmas de Gran Canaria
Tel: (0928) 29 36 98. Fax: (0928) 29 37 60.
E-Mail: info@canarias-turismo.org
Internet: www.canarias-sapromocion.com
Tenerife Marketing Deutschland
c/o Travel Marketing Factory
Clemensstraße 24, D-80803 München
Tel: (089) 33 05 67 80, 33 05 67 83 (Auskunft und Broschürenbestellung). Fax: (089) 33 05 67 89.
E-Mail: tenerife@tmf-gmbh.de
Internet: www.webtenerife.com
Allgemeines
Fläche
7242 qkm.
Bevölkerungszahl
1.654.000 (2003).
Bevölkerungsdichte
228,4 pro qkm.
Hauptstädte
Las Palmas de Gran Canaria. Einwohner: 347.900 (2003). Santa Cruz de Tenerife. Einwohner: 183.500 (2003).
Geographie
Die Kanarischen Inseln liegen vor der Nordwestküste Afrikas. Die Gruppe besteht aus sieben Inseln und ist in zwei Provinzen unterteilt. Die Provinz Las Palmas umfaßt die Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Santa Cruz de Tenerife besteht aus Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, das Klima ist subtropisch, warm und trocken. Die Landschaft ist recht unterschiedlich; man findet hohe Gipfel, Bergketten, versteckte Täler, vulkanische Wüsten, steile Felsklippen, vollkommen runde Krater und Wälder.
Ortszeit
MEZ - 1 (UTC); März bis Oktober: MEZ (UTC + 1).
Deutsche Welle
Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0221) 389 32 08. Internet: www.dwelle.de ) anzufordern.
Reiseverkehr
Flugzeug
Iberia (IB) verbindet alle Inseln außer La Gomera. Condor bietet Direktverbindungen auf die Inseln von allen größeren deutschen Flughäfen und fliegt nonstop von Salzburg nach Teneriffa, Las Palmas, Lanzarote und Fuerteventura.
Durchschnittliche Flugzeiten
Frankfurt – Las Palmas: 3 Std. 30; Frankfurt – Teneriffa: 4 Std.
Internationale Flughäfen
Las Palmas (LPA) liegt 22 km südlich der Stadt auf Gran Canaria. Bank/Wechselstube (08.00-14.15 Uhr), Post (09.00-14.00 Uhr), Duty-free-Shop, Mietwagenschalter, Bars, Restaurants. Hotelbus (06.30-20.00 Uhr, Fahrtzeit 20 Min.) alle 30 Min. zur Stadt. Rückfahrt zum Flughafen vom Hotel Iberia, Avenida Maritima (05.20-01.30 Uhr). Linienbusse alle 15 Min. Abfahrt in Richtung Flughafen von der Busstation Parque de San Telmo. Taxizuschlag nach 22.00 Uhr.
Teneriffa-Norte Los Rodeos (TFN) liegt 15 km südlich von Santa Cruz im Norden der Insel. Ein Bus fährt alle 30 Min. (06.00-23.00 Uhr).
Teneriffa-Sur Reina Sofia (TFS), im Süden der Insel, bedient Urlaubsorte wie Playa de las Americas. Bank, Post, Mietwagenschalter, Bars, Restaurants. Busse und Taxis.
Auf La Gomera wurde vor kurzem ein Flughafen eröffnet (Tel: (34) 922 87 30 00; Internet: www.aena.es ) mit Flugverbindungen nach Gran Canaria und Nord-Teneriffa.
Schiff
Viele Kreuzfahrtschiffe legen an. Eine Autofähre der Linie Trasmediterránea verkehrt samstags auf der Strecke Cádiz – Teneriffa – Las Palmas (Internet: www.trasmediterranea.es )
Regionalverkehr
Regelmäßige Verbindungen mit Auto- und Passagierfähren zwischen allen Inseln. Tagesausflüge zu den kleineren Inseln können arrangiert werden.
Bus/Pkw
Busverbindungen und Autoverleih.
Unterkunft
Hotels
Eine große Auswahl an Hotels verschiedener Kategorien steht zur Verfügung. Außerdem gibt es vier Paradores (staatliche Gasthäuser) und einige Pensionen, die von Privatfamilien betrieben werden.
Jugendherbergen
Das spanische Jugendherbergswerk (REAJ) betreibt eine Jugendherberge in Las Palmas. Anschrift: Dirreción General de la Juventud, C Léon y Castillo 226, E-35002 Las Palmas de Gran Canaria. Tel: (928) 29 24 56. Fax: (928) 29 05 84.
Camping
Es gibt drei Campingplätze, zwei in Las Palmas und einen in Santa Cruz. Weitere Informationen erteilt das Fremdenverkehrsamt (s. Adressen).
Urlaubsorte & Ausflüge
Überblick
-
Die Kanarischen Inseln (Islas Canarias) liegen näher an der Küste Afrikas als am kontinentalen Spanien. Diese mittelatlantische Lage sorgt für ein besonders mildes, warmes Klima. Am berühmtesten sind die Kanaren für ihre strahlendweißen Strände, die Inseln bieten jedoch noch viel unterschiedlichere Landschaftsbilder. Subtropische Regenwälder und wüstenähnliche Landstriche wechseln sich mit Sanddünen und rauhen Berglandschaften ab. Die Pflanzenwelt auf den kanarischen Inseln ist besonders vielfältig. Die Haupttouristengebiete bieten hervorragende Sportmöglichkeiten wie Windsurfen, Segeln, Fischen, Schwimmen, Tennis und Golf. Die folkloristischen Traditionen auf den Inseln bewahren sich bis heute, die kanarischen Karnevalsfestivitäten sind in ganz Spanien berühmt.
Die folgende Beschreibung folgt der administrativen Teilung der Inselgruppe in zwei Provinzen, Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa, La Palma, La Gomera und EL Hierro) und Las Palmas (Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote).
Santa Cruz de Tenerife
-
Teneriffa
Die größte Insel der Kanaren besteht im wesentlichen aus einem zentralen Gebirge und Tälern, ein Teil der Insel wurde unter Naturschutz gestellt. Der Pico de Teide, ein Berg vulkanischen Ursprungs, ist mit 3718 m der höchste Punkt Teneriffas. Im nordwestlichen Teil der Insel erhebt sich das Tenogebirge. Von der Landzunge Punta de Teno aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Nachbarinsel La Gomera. In einem kleinen Tal an der Südseite des Gebirges liegt der idyllische Ort Valle de Arriba, mit einer hübschen kleinen Kapelle am Dorfeingang. Die Gegend um Valle de Arriba herum ist ein Weinanbaugebiet.
Die Inselhauptstadt Santa Cruz ist gleichzeitig das Verwaltungszentrum der westlichen Kanaren und liegt im Nordosten der Insel. Die Stadt hat ein reiches Angebot an interessanter Architektur (z. B. die San Francisco-Kirche), und die Museen bieten einen guten Überblick über Kunst und Kultur der Kanarischen Inseln. In Puerto de la Cruz, dem wichtigsten Urlaubsort, gibt es Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Ein Großteil der Gegend um den alten Fischerhafen herum ist voller enger Gassen mit Kopfsteinpflaster und kolonialer Architektur. Im Süden der Stadt befindet sich ein sehenswerter Botanischer Garten.
La Laguna ist ist Teneriffas zweitgrößte Stadt und liegt inmitten einer herrlichen Landschaft im Tal Aguere. Hier befindet sich die San-Fernando-Universität und der Bischofspalast. In La Laguna gibt es viele sehenswerte Kirchen, die Catedrale Santo Domingo und die Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrer barocken Holzkanzel aus dem 18. Jahrhundert sind besonders schön. Candelaria, eine direkt am Meer gelegene Ortschaft, ist der bedeutendste Wallfahrtsort der kanarischen Inseln. Hier wird die Virgen de la Candelaria (Lichtbringende Jungfrau), als Schutzheilige der Kanaren verehrt. Die Wallfahrtskirche Basílica de Nuestra Señora de la Candelaria steht am Plaza de la Patrona de Canaria. Zwischen der Plaza und dem Ortsstrand Playa de Candelaria stehen 9 Bronzestatuen berühmter Guanchenkönige (die Guanchen waren die Ureinwohner der Kanaren).
Im Nordosten der Insel befindet sich ein wildbewachsenes, zerklüftetes Gebirge, das sich aus dem Meer auf etwa 100 m Höhe erhebt. Das Ananagebirge bietet herrliche Wandermöglichkeiten, mit einem Mietwagen kann man zum Barranco de las Huertas und entlang des Gebirgsgrats weiter in Richtung La Laguna fahren. Am Nordhang des Ananagebirges liegt der malerische Ort Taganana mit verwinkelten, kleinen Gassen und einer dreischiffigen Dorfkirche. Die Nordwestseite des Ananamassivs wird vom Bosque de la Mercedes, dem Mercedeswald, bedeckt.
La Palma
Die Isla Bonita (»schöne Insel«), wie La Palma auch von den Einheimischen genannt wird, ist in ihrer Größenordnung die höchstgelegene Insel der Welt. La Palma bietet eine dramatische Naturlandschaft mit Regenwäldern, Vulkanen und Gebirgen. Hier wachsen Lorbeer- und lichte Kiefernwälder. In der Inselmitte befindet sich einer der größten Krater der Welt, der Caldera de Taburiente. Vom Aussichtspunkt La Cumbrecita hat man den besten Überblick über den Vulkan. Die Hauptstadt Santa Cruz hat wunderschöne historische Bauwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Stadtkern mit seinen kleinen Gassen und Strässchen wurde von der UNESCO unter Denkmalschutz gestellt.
San Andres y Sauces ist durch seine Bananenplantagen ein Haupthandelszentrum von La Palma und bietet von seiner Plaza einen schönen Panoramablick auf das Meer. Los Tilos, ein Lorbeer- und Farnwald bildet zusammen mit El Cubo de la Galga den größten Laubwald auf den Kanaren. In Villa de Mazo wird ein berühmter Rotwein angebaut. Mazo hat an den Wochenenden auch einen bekannten Bauernmarkt, bei dem regionale Spezialitäten und frischgeerntetes Obst angeboten werden. Im Nordwesten der Insel liegt Puntagorda, ein malerisches kleines Dorf, das inmitten von Mandelbäumen liegt. Entdeckungsfahrten über die Insel sollte man z. B. nach Los Llanos de Aridane, Tazacorte, Mazo, zur Belmaco-Höhle und zur Grotte Cueva Bonita machen.
Fuencaliente im Süden von La Palma ist neben Mazo das bekannteste Weinanbaugebiet. Unterhalb von Fuencaliente liegen die zwei Vulkane Teneguia und San Antonio, die zuletzt in den 1970er Jahren ausbrachen.
La Gomera
Isla Colombina (»Kolumbusinsel«), wie La Gomera auch genannt wird, hat eine dramatisch abwechslungsreiche Landschaft mit weißen Sandstränden und schroffe Bergstriche, Plantagen, fruchtbaren Tälern, Regenwäldern und Vulkankegel. Die Insel ist touristisch weniger erschlossen als die anderen Kanareninseln und die vorhandenen touristischen Infrastrukturen fügen sich nahtlos in die Landschaft Gomeras ein. Hier gibt es keine Hotelburgen wie auf manchen der Nachbarinseln. Auf La Gomera kann man herrlich wandern, die Insel ist mit Wanderwegen und -pfaden überzogen. Der höchste Punkt ist der Vulkankegel Pico de Garajonay (11487 m), der sich in dem gleichnamigen Nationalpark befindet. Der Parque Nacional de Garajonay wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der größte Teil des Parkes besteht aus dem Bosque del Cedro (Zedernwald) und jahrhundertealten Lorbeerbäumen (Laurisilva). Im El Cedro wachsen baumhohe Erikagewächse sowie der seltene Zedernwacholder. Die Bäume werden bis zu 500 m hoch und wachsen in in bizarren Formen. Die Nebelschwaden der ständigen Passatwinde ziehen durch die Wälder und sind für das subtropisch warme und feuchte Klima verantwortlich. Von den Lorbeerbäumen und Zedern hängen lange Moosbärte herab, die zusammen mit den tiefziehenden Wolkenfetzen den Park in einen Märchenwald verwandeln.
Die Landschaft auf La Gomera ist rauh, aber nicht so bergig wie auf den anderen Inseln. Weltweit einmalig ist die uralte Pfeifsprache der Gomeros, El Silbo. Die Sprache, deren Silben aus Pfifflauten in verschiedener Tonhöhe und -länge gebildet werden, wurde früher zur praktischen Kommunikation in den zerklüfteten Bergen und Tälern der Insel benutzt.
Die Hauptstadt San Sebastián ist das geschäftliche Zentrum von Gomera. Am Hafen legen die Fähren aus Teneriffa an. 1492 landete Christoph Kolumbus in San Sebastián, um Vorräte und Wasser aufzunehmen. In der alten Festung Torre del Conde wird sein Andenken aufrechterhalten. Sehenswert ist auch die Kirche La Asunción.
Hermigua liegt in einem steilen Tal und erstreckt sich über 6 km zum Meer herab. Hier befindet sich das größte Bananenanbaugebiet der Insel, auch Getreide und Zitrusfrüchte werden angepflanzt. Bei Hermigua liegt der Kiestrand Playa de Hermigua, das Baden ist jedoch, wie an vielen andere Stränden auf La Gomera, wegen der starken Unterwasserströmungen sehr gefährlich. Ganz in der Nähe befindet sich der Wasserfall El Chorro. Vallehermoso (»das schöne Tal«), ist die größte Gemeinde Gomeras. Hier wird der bekannte Palmenhonig (Miel de Palma) hergestellt. Nahebei stehen die bizarren Felssteinformationen Los Organos (»die Orgelpfeifen«), die nur von Meer aus zu sehen sind. An der Straße in Richtung Vallehermoso liegt die Quelle Chorros de Epina, deren Wasser magische Fähigkeiten besitzen soll. Im Westen liegt das Dorf Alojara, das einen Strand mit feinem, schwarzem Sand besitzt. Ein weiterer ruhiger Strand ist La Rajita, unterhalb des Ortes La Dama im Südwesten der Insel gelegen.
El Hierro
Diese Insel ist die westlichste und kleinste der Kanaren. Die ganze Insel wurde von der UNESCO zu einem Biosphärenreservat erklärt. El Hierro ist klein, bietet jedoch eine unglaubliche Landschaftsvielfalt. Die Küste besteht aus steilen Klippen, die sich bis zu 1000 m erheben, es gibt daher wenig Sandstrände (der längste Strand der Insel, der Playa de Verodal, hat rötlichen Sand). Trockene Landstriche wechseln sich mit der vulkanischen Landschaft im Süden und Westen der Insel ab, das Tal El Golfo im Südwesten ist grün und fruchtbar (hier werden u.a. Wein, Ananas und Feigen angebaut), und in der Mitte der Insel stehen dichte Pinienwälder. Wie auf den anderen kanarischen Inseln gibt es viele endemische Pflanzenarten, unter anderem wachsen auf El Hierro Riesenbuchen und 1000jährige Sadebäume. Die Insel besitzt auch die höchste Dichte an Vulkanen in der ganzen kanarischen Inselgruppe, es gibt circa 500 Vulkankegel auf der Erdoberfläche und 300 weitere Krater, die durch frührere Lavaströme verschüttet wurden. Im Westen von El Hierro wachsen malerische Wacholdersträucher (El Sabinar), die von den ständigen Winden über Jahrhunderte hinweg in bizarre Gestalten gepeitscht wurden.
Die Hauptstadt Valverde liegt 600-700 m über dem Meeresspiegel an einem Berghang. Es gibt eine hübsche Dorfkirche, die Santa Maria de la Concepción, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Direkt gegenüber steht das in dem typischen kanarischen Stil erbaute Rathaus. Alle vier Jahre im Juli findet in Valverde das größte Festival der Insel statt, die Bajada de la Virgen de Los Reyes (Der Abstieg der Jungfrau). Bei diesem Fest wird eine Marienstatue in einer feierlichen Prozession von ihrer Eremita bis nach Valverde getragen. Das farbenprächtige Spektakel dauert mehrere Wochen und wird in jedem Dorf gefeiert. Malpaso ist mit 1300 m die höchste Erhebung der Insel, La Restinga ist der südlichste Punkt der Kanarischen Inseln. In der Nähe der Hauptstadt liegen Taibique, Frontera und El Barrio. Der westliche Teil der Insel ist fast unbewohnt.
Las Palmas
-
Gran Canaria
Diese Insel, die drittgrößte der Kanaren, wird oft als »Miniatur-Kontinent« bezeichnet, da hier Pflanzen aus Europa, Amerika und Afrika gedeihen. Felsmassive, wüstenähnliche Landstriche und tropische Vegetation tragen zum unverwechselbaren Landschaftsbild Gran Canarias bei.
In der Hauptstadt Las Palmas gibt es viele historisch und architektonisch interessante Gebäude, besonders schön ist die Altstadt Barrio de la Vegueta mit herrschaftlichen Häusern, die von Einflüssen der spanischen Kolonialarchitekur geprägt sind. Die beeindruckende gothische Santa Ana Kathedrale (Baubeginn 1497) steht am Plaza Santa Ana. Hier befindet sich auch das erzbischöfliche Palais und weitere Bauwerke in typisch kanarischem Stil. Das Casa de Colón (Kolumbushaus), das den spanischen Entdecker Christopher Kolumbus würdigt, sollte ebenfalls besichtigt werden, ebenso wie die Wallfahrtskapelle San Antonio Abad, in der Kolumbus betete, und den kleinen Plazoleta del Espíritu Santo (Platz des Heiligen Geistes) mit einem Blumenteppich zu Ehren Corpus Christi. Es gibt mehrere Museen in Las Palmas, auf jeden Fall sollte man das Museo Canario besuchen. Hier gibt es eine ständige Ausstellung über die Kultur der Ureinwohner Gran Canarias, der Guanches, zu besichtigen. In der Nähe des kanarischen Museums steht die Kirche Santo Domingo. Im Inneren kann man Heiligenbilder von Lujan Perez und eine mexikanische Barock-Monstranz bewundern. Zwischen der Straße Juan Rejon und dem Fischereihafen befindet sich die Festung Castello de la Luz, eine Bastion des kanarischen Widerstandes gegen die Piratenangriffe im 16. Jahrhundert und eines der beliebtesten Fotomotive der Insel.
8 km außerhalb von Las Palmas bei Tafira Alta liegt der botanische Garten Jardín Canario, der die Vielfalt der Pflanzenwelt auf den Kanaren zeigt. Über 500 Pflanzenarten gibt es auschließlich hier.
Zum näheren Erkunden der Insel bietet sich auch eine Fahrt nach Arucas an. Hier befindet sich ein bekanntes Zuckerrohranbaugebiet. Zuckerrohr wurde auf Gran Canaria seit 1489 angebaut, heute gibt es nur noch Anbaugebiete nördlich von Las Palmas und in Arucas. Der Arucas-Rum ist inselweit berühmt, die Rumfabriken können besichtigt werden. Samstags findet ein schöner Bauernmarkt in Arucas statt, bei dem besonders einheimisches Kunsthandwerk angeboten wird. Die beeindruckende gothische Kathdrale im Stadtkern sollte ebenfalls besucht werden.
Längster Strand der Insel (6,5 km), mit schönen Dünen und streckenweise FKK-Strand, ist der feine Sandstrand zwischen Playa del Inglés und Maspalomas. In Maspalomas befindet sich auch der der bedeutendste Sporthafen der Insel. Entlang des Maspalomas-Strandes gibt es herrliche Palmenoasen und einen Süßwassersee. Weitere weniger bekannte Strände liegen bei San Agustin, Playa de Patalavaca, Costa de Banaderos, Galdar mit einer bizarr anmutenden Steilküste und nahe der kleinen Ortschaft Sardina del Mar. Im südwestlichen Teil der Insel liegt Mogan, ein malerisches Fischerdörfchen mit romantischen Gäßchen und Häusern. Überall auf der Insel wird typisch kanarisches Kunsthandwerk nach alter Tradition angefertigt. Kunsthandwerkszentren gibt es besonders in Villa des Agüimes, Moya und Artenara. Völkerkundemuseen gibt es in Villa des Agüimes und San Mateo. Ein schöner Ausflug ist eine Fahrt in die Bergdörfer Fataga und Santa Lucia. Empfehlenswert ist auch ein Abstecher zu dem Bandama-Vulkankrater.
Fuerteventura
Die zweitgrößte Insel der Kanaren bietet viele schöne Badestrände. Die andauernd wehenden Passatwinde und über 55 km Strand machen Fuertventura auch zu einem Paradies für Windsurfer. Alljährlich werden hier die Weltmeisterschaften im Speedsurfen abgehalten. Etwa ein Drittel der Einwohner lebt in der Hauptstadt Puerto del Rosario, die auf eine Siedlung aus dem Jahr 1795 zurückgeht. Damals hieß der Ort noch Puerto de Cabras, erst 1956 erhielt die Stadt den Namen Puerto del Rosario nach ihrer Schutzpatronin, der Rosenkranzmadonna. Puerto del Rosario ist in erster Linie ein Handels- und Geschäftszentrum. Es gibt jedoch einige Sehenswürdigkeiten, u.a. kann man die schöne, schlichte Pfarrkirche Iglesia Nuestro Señora del Rosario besichtigen.
Betancuria, die alte Inselhauptstadt, wurde 1405 von einem normannischen Edelmann gegründet. Der Ort, der noch bis ins 19. Jahrhundert hinein die Hauptstadt von Fuerteventura war, liegt auf fast 400 m Höhe in einem engen Tal, das mit Palmen, Tamarisken, Agaven und Feigenkakteen bewachsen ist. Im 16. Jahrhundert kam es immer wiedre zu Piratenangriffen auf die Stadt, 1593 brannte Betancuria fast vollständig nieder. An der Straße Calle Roberto Roldáu stehen noch einige Häuser aus der Gründerzeit, die den Brand überlebt haben. Weil das mittelalterliche Stadtbild weitgehend erhalten ist, wurde der Ort unter Denkmalschutz gestellt. Besonders sehenswert sind die Ruinen des ehemaligen Franziskanerklosters Convento de San Buenaventura und die Pfarrkirche Iglesia Nuestra Señora de la Concepción aus dem 17. Jahrhundert, in der sich eine kostbare holzgeschnitze Skulptur der Heiligen Katharina befindet.
Eine der reizvollsten Regionen ist die Halbinsel Jandía im Süden, hier findet man außergewöhnlich schöne Strände, wie den über 20 km langen Playa de Sotavento. Die Gegend ist auch bei Tauchern sehr beliebt, wenige Bootsminuten vor der Küste liegen herrliche Unterwasserlandschaften mit Muschelbänken und Höhlen. Im Norden der Insel liegt Corralejo, nach Jandía das zweitgrößte Touristenzentrum auf Fuerteventura. Die Meerenge El Río zwischen Corralejo und der kleinen Nachbarinsel Lobos ist bei Tauchern und Surfern besonders beliebt. Ebenso berühmt ist das Wanderdünengebiet El Jable, das an der Küstenstraße nach Puerto del Rosaria liegt.
El Cotillo liegt im äußstersten Nordwesten von Fuerteventura. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Castillo de Tostón, ein zweistöckiger runder Festungsturm, der 1740 zum Schutz gegen Piratenangriffe errichtet wurde. Zu dieser Zeit war der El Cotillo ein wichtiger Militärstützpunkt und Handelshafen für den Kalkexport.
Ein weiteres Surferparadies ist der Playa del Aguila, der südlich von El Cotillo liegt. Die starken Brandungen sind ideal für Windsurfing und anderen Wassersport, Schwimmer sollten jedoch vorsichtig sein, die Unterwasserströmungen können einen gefährlichen Sog entwickeln.
Lanzarote
Diese Insel ist die am weitesten östlich gelegene Kanareninsel. Die Landschaft auf Lanzarote erinnert an eine Mondlandschaft, im 18. und 19. Jahrhundert gab es viele Vulkanausbrüche, die einen großen Teil der Insel mit Lava und Asche bedeckten. Die vulkanische Asche und die zahlreichen Krater werden heutzutage von den Inselbewohnern zum Weinanbau genutzt.
Inselhauptstadt ist die Hafenstadt Arrecife an der Südostküste. In der Festung San José in der Stadt befindet sich das Museo de Arte Contemporáneo (Museum für Zeitgenössische Kunst). Das Museum wurde 1976 eröffnet und zeigt Werke von internationalen Künstlern, u.a. von Picasso und Miro. Außerhalb Arrecife liegen die Strände El Reducto und El Cable. Die César Manrique Fundación ist ein Kunstzentrum, das von dem in Arrecife geborenen Künstler César Manrique gegründet wurde. Das Museumsgebäude in Taro de Tahiche ist selbst ein Kunstwerk, Manrique erbaute es nach eigenen Plänen auf fünf großen Lavablasen, die durch kleine Korridore miteinander verbunden wurde. Hier können Werke von Manrique und anderen Künstlern besichtigt werden.
Die Verbindungen zu den anderen Städten dieser Region sind gut. Es gibt lange Strände mit schwarzen oder weißem Sand, einige der schönsten sind die Puerto del Carmen, Playa Blanca und Famara. Die höchsten Gebiete liegen im Norden und Osten. In der alten Inselhauptstadt Teguise befindet sich das Castillo de Guanapay, die Burg Santa Barbara, die im 16. Jahrhundert auf der Spitze des Guanapay erbaut wurde. In der Burg befindet sich heute ein Museum.
Am Fuße des vor 3000 Jahren ausgebrochenen Vulkans Monte de la Corona im Norden Lanzarotes liegen die Jameos del Agua, ein Höhlensystem von fast 6 km Länge. Die Jameos (wörtlich: Lavablasen) sind Hohlräume aus Lava, die durch eine Explosion vulkanischer Gase entstehen. Die Lavahöhlen sind durch Tunnel miteinander verbunden (ausgebaut wurde das Höhlensystem 1968 von dem Künstler César Manrique, s.o.), in einer der Höhlen befindet sich ein Konzertsaal mit wunderbarer Akustik. In den Jameos leben einige endemische Tierarten, die blinde Albinokrabbe ist wohl eine der seltensten und wurde zum Wahrzeichen der Jameos del Agua gemacht. Ein weiterer Teil der Jameos sind die Cuevas de los Verdos, das längste vulkanische Gangsystem der Welt. Während des 17. Jahrhunderts suchte die einheimische Bevölkerung in diesen Höhlen Schutz vor Piraten und Sklavenhändlern.
Am Nordende der Insel befindet sich der Mirador del Río, ein Aussichtspunkt auf einer 479 Meter hohen Klippe. Der Mirador, eine Aushöhlung in der Klippe, in der sich ein Restaurant befindet, ist eine weitere Schöpfung von Manrique. Von hier hat man eine wundervolle Aussicht auf die kleinen Inseln La Graciosa und Clara Montana. Der Timanfaya Nationalpark nimmt fast ein Drittel der Insel ein. Der Park besteht aus fast unbewachsener Vulkanlandschaft, hier wohnen seltene Tierarten und es gibt über 180 verschiedene Pflanzenarten. Besonders beliebt sind Kamelritte zu den Vulkanen.
Sozialprofil
Essen & Trinken
Die Küche der Kanarischen Inseln ist auf Fischgerichte spezialisiert. Beilagen bilden normalerweise die berühmten »runzeligen« Kartoffeln und eine besondere Soße, die Mojo picón. Traditionelle Gerichte sind Brunnenkressensuppe und Sancocho canario, ein äußerst empfehlenswertes Gericht aus Fischsalat und einer scharfen Soße. Tirijalas, Bienmesabes, Frangollo, Bizcochos und Lustrados sind leckere Backwaren, ebenso wie die Fleischpasteten und das einheimische »Nougat« aus Maismehl und Melasse. Die einheimischen Früchte wie Bananen, Tomaten, Avocados und Papayas sind ebenfalls ein Bestandteil der regionalen Küche. Ein beliebtes Dessert sind Platanos Fritos, gebratene Bananen. Neben einer Vielzahl an Lokalen und Restaurants, die regionale Spezialitäten anbieten, gibt es besonders in den Hauptferienorten schweizerische, deutsche, argentinische, spanische, englische, indische und skandinavische Restaurants. Getränke: Die ausgezeichneten spanischen Weine und Spirituosen sind oft recht preiswert. Das einheimische helle Bier hat nur einen geringen Alkoholgehalt. Auf der Insel Hierro werden die Quesadillas-Weine hergestellt, auf La Palma die Rapaduras y Marquesotes. Außerdem gibt es Rum, Honig-Rum und Malmsey-Wein auf den Inseln.
Nachtleben
Discos, Bars und Kneipen gibt es in allen größeren Touristenzentren und Hotelanlagen. In Playa des Ingles, Maspalomas und San Agustin auf Gran Canaria ist das Nachtleben besonders lebendig. Hier gibt es Jazz-Kneipen, Pianobars und Diskotheken mit Live-musik. Das Internacional Cinema in Playa des Ingles zeigt aktuelle Kinofilme. Am Strand finden oft Open-Air-Konzerte statt.
Einkaufstips
Neben der Möglichkeit, zollfrei einzukaufen, verlockt den Besucher eine reichhaltige Anzahl an lokalem Kunstgewerbe: Stickereien und Spitze, Töpferwaren, Korbwaren aus Palmblättern, Weide und Schilfrohr und Holzschnitzereien. Der auf den kanarischen Inseln angebaute Tabak ist weltberühmt. Kanarische Zigarren sind von besonders hoher Qualität.
Einkaufszentren befinden sich in allen größeren Ferienorten, besonders gute Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Playa des Ingles auf Gran Canaria. An den Wochenende finden in vielen Städten Wochen-, Blumen- und Bauernmärkte statt. Empfehlenswert ist der sonntäglichen Blumen- und Wochenmärkte in Las Palmas, schöne Märkte gibt es auch in Arguineguin, Mogan und Playa des Ingles.
Sport
Die Inseln sind ideal für Wassersport wie Wasserski, Windsurfen, Tauchen, Angeln und Schwimmen. Es gibt zahlreiche Tennisplätze, Reitställe und Golfplätze. Einige weniger bekannte Publikumssportarten werden praktiziert. Man kann zwischen Jai-alai, kanarischem Ringen, dem Stockspiel (einer Art Fechten mit langen Stöcken) und Garrocha (hauptsächlich auf La Palma) wählen.
Veranstaltungskalender
Der Karneval auf den Kanarischen Inseln ist in ganz Spanien bekannt. Er wird in allen Orten der Inseln gefeiert, am berühmtesten sind jedoch die Karnevalsfeierlichkeiten in Las Palmas, Maspalomas und Mogan auf Gran Canaria und in Santa Cruz auf Teneriffa. Der Karneval findet jährlich Mitte Februar statt und zieht sich über mehrere Wochen hin. Genauere Einzelheiten von den kanarischen Fremdenverkehrsbüros (s. Adressen) oder den spanischen Fremdenverkehrsämtern.
Fiestas finden das ganze Jahr über statt, in der Osterwoche im April gibt es prachtvolle Umzüge in den meisten Ortschaften. Eine vollständige Liste der Festivals und Feiertage ist von den Fremdenverkehrsämtern erhältlich, siehe auch im Haupteintrag Spanien (s. Sozialprofil) .
Klima
Klima
Das Klima der nördlichen Inseln ist subtropisch. Die südlichen Inseln sind heißer und trockener, es gibt kaum Niederschläge.


